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Written by Sebastian Kammerer
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Ilmenau Himmelblau
Bereits seit 14 Jahren werden in der kleinen Universitätsstadt im Thüringer Wald erfolgreich Rennen ausgetragen. Die Homepage des Veranstalters www.absoluteabfahrt.de versprach "volksfestartigen Charakter". Zudem war Sonne pur und Temperaturen bis zu 36°C angekündigt. Unterkunft konnte man im chilligen Fahrerlager suchen, welches direkt an einem Bach mit schattigen Bäumen liegt und unmittelbar neben an noch ein großes Freibad aufweisen konnte. Das tollste: Freibadnutzung war inbegriffen!
Für die drei Gravity Pilots Max Mittelbach (Free Junioren), Marc Vaccaro (Elite Men) und Sebastian Kammerer (Free Senioren) Grund genug sich der Sache mal anzunehmen. Schließlich galt es wichtige Punkte zu sichern!

Freitag früh geht's auf die ca. 300 km lange Reise: Kein Verkehr, nix los, also Blinker links und ab die Post. Gegen 10 Uhr kamen wir an, bauten unser Zelt auf und inspizierten die Strecke zu Fuß (wie üblich zwischen 12 und 14 Uhr). Loser Boden an vielen Stellen, Hängende Kurven, Anlieger, Anlieger die manchmal nicht besonders stabil aussahen, garniert mit ein paar Sprüngen und Bodenwellen, viele schräg verlaufende Wurzeln und eine Zieleinfahrt auf dem alten Hang einer Skisprungschanze: Das könnte spaßig werden!
Andre und Thomas aus Bad Orb bzw. Fulda waren zwischenzeitlich auch zu uns gestoßen und wir begannen unser Training. Die ca. 220 Höhenmeter der Strecke wurden erstmal etwas behutsam erkundet, mit zahlreichen Stopps, um sich die Strecke einprägen zu können. Da der Streckenverlauf gegenüber den vorherigen Rennen verändert wurde, ging es wohl vielen so. Andere gaben auch gleich zu Beginn mal ordentlich Gas und wurden kurz darauf mit Crash und DNS (did not start) bestraft.
5 Runden später war die Angelegenheit aber dann doch schon als flowig zu bezeichnen. Die Strecke rockt, wir hatten Spaß! Etwas leidlich war der Transport nach oben: Per Pritschenbus - das ging noch, da sehr luftig und angenehm, nur leider etwas staubig oder per Sprinterbus - das war ein echter Saunagang, bei geschlossenen Türen, 36°C und 10 Mann Besatzung mit Bikes. Viel Trinken war angesagt, um die Konzentration zu halten und nicht zu dehydrieren.
Die abendliche Belohnung der Strapazen wurde gemeinsam mit dem befreundeten Rennteam AMOK aus Gudensberg bei Kassel und weiteren Freunden begangen: Ab ins Freibad!
Käpt'n AMOK konnte an diesem Abend seine Bestform mit dem Gewinn der "Größten-Ar***bombe", als auch beim anschließenden Abräumen des "sick-trick-awards" mit seinem gekonnten "closest-to-milf-jump" unter Beweis stellen. Der bis dato unbekannte Lokalmatador "Leonidas" mit Waschbrettbauch, Klötenhose und Vollbart musste sich auf Platz 2 geschlagen geben.
Auf der Veranda des Schwimmbadlokals sitzend und mein Sandwich essend, die Sonne und den Blick auf die bewaldeten Hänge des Thüringer Waldes genießend, entfleuchte mit während dessen, leicht ironisch: "So stell' ich mir downhillfahren vor."
Aber so ganz abwegig, wie zunächst gemeint und gedacht, war der Satz dann doch gar nicht… Downhill fahren ist nicht nur mit dem Rad bergabfahren. Da kommt noch viel mehr dazu, gerade bei solchen Veranstaltungen wird das deutlich. Man ist in der Natur, weg von Stadtluft und Büro, man riecht das Holz und den nassen Waldboden (bzw. in diesem Fall den staubtrocknenen).
Nah an der Natur, in der Natur und weit weg vom Alltag. Die Konzentration während dem Fahren vertreibt die Sorgen und bringt einem auf neue, positive Gedanken. Frühes Aufstehen, nicht zu spät ins Bett, fit bleiben und was aus dem Tag machen. Auf Reisen gehen und Leute kennen lernen - gemeinsam Spaß haben - war das nicht genial in Ilmenau? Fast 400 Fahrer und dann noch aus 13 Nationen, von Schweiz bis England und Finnland! Gemeinsamer Zusammenhalt, gemeinsames Erkunden der Strecke und die strategischen Überlegungen zur Ideallinie… Der Transport per Shuttle nach oben und das gemeinsame Fluchen über die letzten 60 Höhenmeter, die es zu schieben galt. Gemeinsames kochen und campen bzw. Appartements unsicher machen. Genial - das möchte ich nicht mehr missen!
Am nächsten Tag wurde es ernst: Die Seedingruns stehen auf dem Programm. 7 Uhr klingelt der Wecker, aufstehen und Frühstück. Mittlerweile waren auch Marc B. und Rene B., welcher kurze Zeit später ebenfalls Mitglied sein sollte, aus dem Schwarzwald angereist und hatten bei uns ihr Lager aufgeschlagen.
8 Uhr ging's los mit dem ersten Transport nach oben, wir machten ca. 3 - 4 Treiningsläufe. Marc V. konnte als Elitefahrer noch etwas mehr Zeit lassen, die Jungs dürfen ja länger trainieren (auch mal ohne Hobbyklasse auf der Strecke).
Wir feilten noch an ein paar Stellen an unserer Linienwahl, testeten neue Informationen von anderen Fahrern, die uns freundlicherweise zugetragen wurden ;-)
Am frühen Nachmittag war's dann wieder soweit. De Puls ging hoch, der Mund wurde trocken. Volle Montur mit Oberkörperpanzer, Vollvisierhelm, langem Trikot, Knieschützer, festen Schuhen und langen Handschuhen… bei 36°C ohne rettenden Schatten am Gipfel. Ich will hier weg, raus auf die Strecke, rein in den kühleren Wald. 30 Sekunden… 10… 5… 4… Los geht's.
Im Seeding weiß man ja nie, was einen so genau erwartet. Wie schnell ist der Fahrer vor einem, wie schnell der Knilch der danach kommt? Reichen 30 Sekunden Abstand oder gibt's Überholmanöver? Wie ist die Strecke unter Adrenalineinfluss, was macht die Ausdauer?
Alles lief ganz gut bei uns, keine Stürze, was die Hauptsache ist, aber ein paar kleinere Fahrfehler die Zeit kosteten. Ich durfte meinen Vordermann dann auch gleich noch auf halber Strecke überholen, was aber relativ problemlos ablief.
Die Zeiten im Seedingrun:
Max Mittelbach 2:37,1 Platz 12 (Klasse Free Junioren) Marc Vaccaro 2:37,4 Platz 109 (Klasse Elite Men) Sebastian Kammerer 2:46 Platz 13 (Klasse Free Senioren)

Anschließend war Fußball gucken vorm Red Bull Stand angesagt. Ruck zuck versammelten sich einige Zuschauer und fertig geracete Fahrer und die Stimmung stieg. 1:0, 2:0, 3:0 und noch eins drauf 4:0… was ein Traum!
Verschwitzt und ausgepowert ging's danach erstmal wieder ins Schwimmbad. Im Schwimmbadlokal (mit großer Auswahl) waren wir mittlerweile bekannt und dank des großen Hungers und Dursts auch gern gesehen. Abends ging's (vorbei an der Schaumparty) zur Ridersparty. Coole Stimmung und coole Location - direkt open air am Zielbereich. Die grauenhafte Musik (drei Kerle mixen auf der Bühne wilde Geräusche zusammen) und der Gedanke an den morgendlichen Rennlauf bewegt uns dazu nicht allzu lang zu bleiben und so treten wir relativ früh den Heimweg an.
Wieder 7 Uhr, der Wecker klingelt. Oh man, noch 10 Minuten. Nein! Aufstehen, Frühstück, fertig machen.
Das noch neue Nicolai ION G-Boxx2 Downhillrad hat nun das dritte Rennen vor sich. Ich fühle mich mit dem Rad verwachsen, wie eine Einheit und ein treuer Untersatz, der einem vor dem schlimmsten bewahren kann. Bis auf gelegentliches Reifenaufpumpen am Hinterrad - hier fehlt etwas Tubelessmilch - bekommt der Untersatz praktisch kaum Wartung. Ab und an mal etwas Öl auf die Kette und die Federung etwas auf die unterschiedlichen Strecken angepasst. Nach jedem Rennlauf Abspritzen mit dem Gartenschlauch. Das ist alles. Und während sich einige die Zeiten in den Rennläufen mit abgerissenen Schaltwerken oder Ketten vermasseln, überkommt einem doch ein leichtes Schmunzeln, mit dem zufriedenen Gedanken, das richtige Bike unterm Hintern zu haben. Die Hinterbaukinematik ist der Oberwahnsinn: Auch in der 200 mm Einstellung brutal schluckfreudig bändigt das Ion alle Schläge, die sich in dem Weg stellen. Dabei ist es beim Antritt und beim Beschleunigen aus den Kurven extrem neutral und super agil. Jeder Tritt wird gnadenlos in Vortrieb umgesetzt, so dass das Mehrgewicht der Schaltbox nicht besonders auffällt. Einfach eine geile Technik.
Besonders ausgepowert wird sich Sonntag nicht mehr, man braucht ja Energie für den Rennlauf. Also noch mal zweimal runter und Stellen angucken, die im Seeding nicht optimal waren. Der letzte Lauf wird noch mal ohne Stopp durchgerast. Max bekommt nicht genug und fährt noch zweimal hoch, während wir in der Chillecke auf den Couches hocken und etwas relaxen.
Kurz nach Mittag ruft dann wieder die Pflicht und das Finale rückt näher. Während die knapp 40 Starter aus der Seniorenklasse vor mir immer weniger werden, steigert sich der Puls und man merkt ein Pochen am Hals. Mit dem Bike zur Startschranke vor rollen, die UCI Referees angucken, man nickt sich zu und los geht’s auf die Strecke.
Aus dem Stand tritt man an was das Zeug hält einen kleinen Starthang hinunter, auch auf folgenden den 80 m Flachstück muss voll gepowert werden. Kette rechts würde Andy sagen. Dann kommt der Table (bzw. Stepup, wegen der hochgezogenen Landung), Körperspannung, Abflug, ca. 6 m Airtime und geschmeidige Landung. Reintreten und in den Wald eintauchen. Wurzeln, hängende Linkskurve mit losen Steinen und rein in den Hohlweg, gegen einen fetten Rechtsanlieger. Unmittelbar danach wieder Kompression im folgenden Linksanlieger, über's Ende abkürzen und wieder Gas in die lange Rechtskurve mit Anlieger. Raus aus dem Hohlweg, nur nicht bremsen, im vollen Speed geht's auf fies hohe, schräge Wurzeln zu. Ganz nah am Baum halten, Vorderrad hoch, abspringen und drüber. Der Reifen gibt komische Töne beim Aufschlag von sich, egal, weiter. Reintreten und den Double links liegen lassen (kostet zwar Zeit, minimiert aber das Risiko. Ist doch nur Hobby!) und über Wurzel und Wellenabschnitte drüber pushen. Rechtskurve, Linkskurve, dann an die Abkürzung denken und links aus der Strecke rausfahren, um einen besseren Kurvenradius zu haben und auf dem schnelleren, oberen Teil des trails rauszukommen. Achtung Baumstumpf und Wurzeln und jetzt wieder an die erstmögliche Einbiegung denken, wo weniger lose Steinbrocken liegen.
Bremsen auflassen und in den Anlieger reindrücken, zweimal reintreten und zwischen zwei eng stehenden Tannen durch. Zwischen den Wurzeln durch und einen Absatz geschmeidig wegdrücken, raus aus dem Wald mit Speed in eine hängende Schotterkurve. Kurz anbremsen, einlenken, driften und über einen Kicker drüber. Einen Schotterweg gekreuzt und rein in einen steile Krater, der einen direkt wieder an der anderen Seite hoch katapultiert. Einbiegen in den nächsten Krater, Achtung lose, weiche und staubige Erde, unbedingt auf die Ideallinie achten und den kleinen Hügel treffen und in den Rechtsanlieger ziehen. Reintreten, geradeaus, es folgt ein Steinfeld. Körperspannung, Linie wie geplant, Lenker fest und durch. Die spitzen Kuhlen danach wegdrücken und nach oben die Wiese hoch schießen. NEIN! Wie im Seeding vom Pedal abgerutscht, das kostet Zeit! Rein in die Wiesenkurve, dann wieder bergab den Absatz wegdrücken und vollspeed in den Wald. Die Schreie und Anfeuerungen der Zuschauer nimmt man nur irreal wahr. An den Wurzeln abspringen, in die Kurve rein - kurz abbremsen und oben halten. Einfach über die schrägen Wurzeln drüber, werden die Reifen schon richten! Dann taucht man ein in eine fette 4er-Anliegerkombi. Adrenalin wird ausgeschüttet als man in Richtung Stepdown wieder ausgespuckt wird. Sprung wegdrücken, man wird komprimiert, auf jeden Fall links oben halten und nicht nach unten auf die schlechte Linie abrutschen. Also Gewichtverlagern und die schrägen Wurzeln wegpushen. Rechtskurve, gerade aus bergab in einen Anlieger einschlagen und herausschießen. Bodenwellen und Wurzeln wegdrücken, kleiner Stepdown, Zielsprung und runter geht's die ehemalige Skipisten ins Ziel. Was ein Gaudi.
Die Finalzeiten, Sonntag:
Sebastian Kammerer: 2:35,9 Platz 10 (Klasse Free Senioren) Max Mittelbach: 2:36,0 Platz 14 (Klasse Free Junioren)
Marc Vaccaro: 2:39, Platz 101(Klasse Elite Men) |
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Tuesday, 13 July 2010 21:12 |
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Sommermärchen
„36 Grad und es wird noch heißer, mach die Musik nie wieder leiser…“ Ganz im sinne dieses Songs verwöhnt uns das Wetter in ganz Deutschland seit Wochen und tagen. Dazu eine Fußball WM die nichts zu wünschen übrig lässt. Frankreich und Italien kickten sich schon in der Vorrunde raus, und England und Argentinien wurden von der deutschen Elf fürchterlich abgeklatscht.
Wenig mitbekommen von diesen denkwürdigen Matches haben wohl die Racer des GravityPilots – „extra love“ Downhill Teams, die in Leogang und Ilmenau beim European DH-Cup am Start waren, wo sie fleißig punkte und Erfahrung sammeln konnten. Gleich darauf nun der Zweite von vier Läufen des German DH-Cups – gleichzeitig auch hessische und deutsche Meisterschaft MTB-Downhill des BDR. – in Rittershausen.
Der TSV Rittershausen hat wie kein Anderer deutsche Downhill Geschichte mitgestaltet. Als 1993 die erste deutsche Meisterschaft bei Mayen (RLP) ausgefahren wurde war auch die Geburtsstunde des „Rittersausens“ - zu Zeiten als die Racer noch vollkommen ohne Federung auskommen mussten. Von 2001 bis 2004 machte die Bundesliga ( ja – das gab es damals noch !) halt am 610 Meter hohen Eichholzkopf. Nach deren plötzlichen tot wurde dann der mountainbike rider Cup ausgefahren und seit 2006 ist der internationale IXS German DH-Cup hier am Start. Seit Anfang dieses Jahres zeichnet ‚ bike sport rittershausen e.V. verantwortlich - mit 46 aktiven Mitgliedern und 15 Lizenzfahrern!
Mit einer neuen Streckenführung wurde der 1,7km lange und 240 Höhenmeter vernichtende Kurs DM fit gemacht. Statt der schon maroden Anlieger im oberen Bereich und bei der alten Ritterrutsche entstanden zwei neue Steilstücke. Der fragwürdige Zieldrop fehlte ganz. So entstand eine abwechslungsreiche Abfahrt mit schnellen Passagen und Sprüngen aber auch mit zwei sehr technischen Steilstücken. Gerade diese Passagen mit hängenden kurven, viel wurzeln und noch mehr Sand gaben immer wieder Anlass zu Kritik. Von ‚kein Flow’ bis ‚unfahrbar’ lautete der Kommentar. Gerade die Amateure hatten hier mangels Fahrtechnik und Ausdauer ihre Probleme. Ganz sicher war die neue strecke die anspruchsvollste im deutschen Rennkalender und unbedingt Meisterschafts-würdig.

6 Racer vom GravityPilots – „extra love“ Downhill Team waren am Start. Zusammen mit zwei befreundeten Fahrern und viel Anhang wurde bereits am Donnerstag großzügig Lager am See bezogen. Schon nach der Streckenbegehung war klar das die Strecke eine echte Herausforderung sein wird. Entsprechend sah dann die Strecke zum Seeding Run am Samstag auch aus, und änderte sich bis zu dem Finale ständig.

Die alten Säcke waren wie immer als erste am Start. Dennis zeigte nicht nur das er Vater und Clown sein, Gitarre spielen und Modell Flugzeug fliegen kann. Auch Downhill beherrscht er. Im Finale mit einem Punkt, landete er in den Top Twenty ( Seeding 3:48 Platz 29 / final 3:38 Platz 20). Die Amateur Jugend war mal wieder am Besten vertreten – eine begrüßenswerte Tendenz. Mangels Rennerfahrung tat sich Pascal ziemlich schwer (Seeding 4:30 Platz 64 / final 4:11 Platz 56) aber Übung macht bekanntlich den Meister. Die bringt Mäxchen reichlich mit. Umso mehr ärgerte ihn das er im Steilstück im Finale nicht zurecht kam und wertvolle zeit mit seinen Klickies zu kämpfen hatte ( Seeding 3:23 Platz17 / Final 3:23 Platz 25). Die Lager-Kollegen aus dem Main-Kinzig-Kreis machten es besser. Thomas (Seeding 3:24 Platz 22 / Final 3:20 Platz 19) und Matthias (Seeding 3:39 Platz 39 / Final 3:19 Platz 19) landeten beide in den Punkte-Rängen. Die Herren waren am Ende nur noch mit Don-Sebastian am Start. Nach einem Platten nach dem Roadgap am Samstag und ohne Training und schmerzender Schulter am Sonntag konnte er nicht an die Ergebnisse von Winterberg anschließen (Seeding 4:22 Platz 106 / Final 3:38 Platz 3:38). Marcus hätte zwar die Chance auf eine Top 20 Platzierung gehabt, trat am Sonntag aber nicht an (Seeding 3:34 Platz 17 / Final dns).

Erst spät am Tag waren dann die Elite Herren auf der Piste. Birk legte eine passable Zeit hin, obwohl er bei der Wurzel am Anfang des zweiten Steilstückes zum stehen kam ( Seeding 3:02 Platz 37). Um so überraschter waren alle als sein Name bei der Siegerehrung für die Hessenmeisterschaft aufgerufen wurde.

Hessischer-Vizemeister U 23 geht an die GravityPilots – Team „extra love“!
Am Renntag lies er es locker angehen und machte nur zwei Training-Runs. Gut so, denn die Strecke verlangt nicht nur Skills sondern auch Kondition. Mit einer Zeit unter der 3 Minuten Grenze war er dann auch zufrieden. Das es am Ende dann mit 2:58 ein Platz 27 wurde und mit rang 19 in der Deutschen Meisterschaft sogar für die Top 20 reichte – Gratulation !
Für die die es nicht geahnt haben, Markus Klausmann ist zum 14. mal Meister (2:43) und Andreas Sieber (2:44) musste schon wieder mit dem Vize vorlieb nehmen.
Die große Überraschung war aber Joschua Hein mit seinem Platz auf dem Treppchen (2:47) während Max Bender enttäuscht nur Platz 9 belegte.

„Wer am schönsten in den Weiher-rein-springt-Wettbewerb“, oder einfach Lake Jump Contest genannt, gehört schon traditionell zum Spaß Programm am chilligen Badesee. Abkühlen mal anders – und sehr willkommen bei der Hitze. Max Kruse gehört nach meiner Meinung zum Gewinner gekürt. Ein Backflip und ein Barspin mit Bestnote – auch wenn es diesmal keinen Rahmen zu gewinnen gab. Außerdem konnte man sich noch für das parallele Rockkonzert oder für die Liveübertagung des Deutschlandspiels um Platz drei entscheiden – oder man blieb einfach am Lagerfeuer und Grill und genoss das Sommermärchen wie wir mit Freunden und Freundinnen. So chillig kann ein Rennwochenende sein. Klar machte die Hitze vielen zu schaffen und der Staub nervte – aber kaum auszudenken es hätte geregnet... |
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Last Updated on Wednesday, 14 July 2010 21:40 |
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Written by Ulrich Berghäuser
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Tuesday, 15 June 2010 15:41 |
Vom Winde verweht
Noch 2006 flog die elite des downhill zirkus um worlscup punke den Ettelsberg in Willingen herunter. Damals galt die piste als revolution, mit ihrem speed und der vielen airtime. Heute geht der trend wieder zu natürlichen pisten, und so ist das spektakel auch an andere orte weitergezogen. Doch der veranstalter hat den kopf nicht in den sand gesteckt, sondern hat weitergemacht – und das mit erfolg. So kommen alljährlich die top rider zwischen Fort William und Schladming (diesmal Leogang) um sich um das dicke preisgeld von 15.000€ zu ergattern. In diesem jahr ist sogar die 4x EM hinzu gekommen, und man ist guter hoffnung auch den Worldcup oder die WM nochmals hier zu gast haben zu können.
Sind die top fahrer eingeladen und automatisch für das rennen gesetzt, so gestaltet sich die teilnahme für die amateure etwas steiniger. Training ist bereits am Donnerstag, aber wer kann sich schon zwei tage freinehmen ? Dann gibt es eine qualifikation, wo nur die ersten 40 von 92 ridern weiter kommen. Das bedeutet: Kein, auch nur noch so kleiner, fahrfehler erlaubt!

Marc konnte schon am Donnserstag fleissig heizen, während Max und Birk vom Gravity Pilots ‚extra love’ team erst spät abends am festival camp eintrafen. Gegenüber dem letzten jahr waren die trainingszeiten ziemlich eingeschränkt, das gleichzeitig für die 4x EM trainiert wurde, und sich die strecken kreuzen und sich das ziel teilen. Trotzdem war mir 3 stunden viele abfahrten möglich, da es weder stau an den gondeln noch stau auf der strecke gab. Da auch alle pro’s auf der piste waren konnte man die linen, die gafahren wurden schön vergleichen. Besonders beeindruckend war hier der ecksprung. Die elite nimmt ihn praktisch als double, landet kurz und springt komplett über das angrenzende steinfeld. Alle anderen fahren ihn eher als anliger um kontrolliert duch das steinfeld zu kommen. Leider ging das ganze furchtbar schief als ein amateur langsam auf das steinfeld zurollte und von oben die scott11 truppe angeflogen kam. In der luft kann man halt nicht bremsen oder ausweichen. Rummms.

Das wetter meinte es gut mit uns. Nachdem die nacht uns ein heftiges gewitter beschert hatte, war es sonnig aber sehr windig. Bei der quali blies der wind am startturm eher von hinten als von der seite, das war das ok, Nur beim ziel table zerlegte es einige mit nosedive to helm plant kamikaze wegen der böen. Es wurde nach alphabet gestartet und so war Birk schon als vierter auf der strecke. Er stürmte mit äusserst beachtlichen 2:01 den hang hinunter und landete auf platz 2 hinter Marcel Basener (1:59), der im letzten jahr platz 4 belegte. Viele der top favoriten gelang es nicht an Birks speed heran zu kommen. Jasper Jauch, Dennis Stratmann, Phillip Bünnemann, Tommy Herrmann, alle langsamer. Am ende blieb platz 5 übrig, ein hervorragendes ergebnis, an dem auch das unglaublich gut fliegende (und fahrende) Nicolai Ion anteil hat.

Weniger glück hatte Max. Nachdem er den 10m double im wald erst einmal im training genommen hatte verlies in kurzfristig der mut und er musste kompliziert ausweichen. Wie war das noch? Um etwas sicher zu springen musst du es 3 x gestanden haben. Jedenfalls langte dadurch die zeit nicht mehr für unter die ersten 40 (82er / 2:28). Marc hatte schwer mit sich und dem bike zu kämpfen als er im unteren bereich der 4x piste eintraf. Es war klar, das kann nicht reichen, und ein enttäuschter Nicolai rider trat schon vorzeitig die heimreise an (61er / 2:15). Eine 2:10 wären nötig gewesen um weiter dabei zu sein. Er will noch alle IXS cups fahren, hat also noch genug möglichkeiten sich zu beweisen.

Am abend und in der nacht wurde aus dem fahrer camp ein parkplatz für die Marathon teilnehmer, die am Samstag den tag dominierten. Auch hier kamen die neuzeitlichen tröten der fussball WM zu ihrer pemiäre zum einsatz – das nervt furchtbar ! Am Samstag dann noch mal 1 stunde training und schon steht das finale auf dem pogramm. Pünklich dazu hüllte sich der Ettelsberg komlett in wolken. Bei regen und nebel mit sichtweite unter 10m viel die temperatur auf unter 10°C. Wegen dieser widrigen bedingungen wurde der start verschoben und verschoben – toll für die fahrer die da oben in der kälte stehen müssen. Nachdem keine wetterbesserung in sicht kam wurde dann doch gestartet.

Die favoriten, die in der quali nicht so berühmt abschnitten konnten sich nun durchsetzen, während die top 10 bei immer schwierigeren steckenbedingungen an die zeiten von Tomm Herrmann (2:06) nicht mehr heran kamen. Als Birk endlich am milka bogen angeschossen kam, und die zwischenzeit bei 1:37 stehen blieb (Tommy Herrmann 1:31), war klar das da etwas schiefgegangen, und die mission top 10 gescheitert war. Auch wenn das letze stück sehr schnell und sehr sauber war: nur platz 18 in 2:11. Was war passiert ? Noch nicht richtig gestartet, war die sache für ihn schon gelaufen. Bereits auf der abfahrt vom starttum erwichte ihn eine sturm böe, drüchte im dortigen minigap sein vorderrad weg und er kam fast zum stand. Die folgende sprüngekombi kann aber nur mit full speed genommen werden – er musste sie komplett strampeln. Da geht mal sekunden um sekunde ins land. Auch wenn der rest perfekt weiter lief, da war nichts mehr zu retten.

Wenig mitbekommen haben wir von den ganzen anderen veranstaltungen die der event noch bietet. Scott on air mit gewinner Armir, die 4x EM mit sieger Jost Wichmann und Johannes Fischbach als 5er,und dem pro dh rennen, das Aaron Gwin vor Greg Minnaar und landsmann Andrew Neethling gewinnen konnte, nachdem der quali zweite Nick Beer getürzt und der ex Weltmeister und mit favorit Gee Atherton mit platten ausgerollt waren. Zudem gab es die wohl grösste aussteller area zu bewundern mit allen namhaften herstellern am start. Leider gabe es kaum zuschauer und kaum fotografen, was aber sicher am wetter lag und dem umstand das es kein Fronleichnam wochenende war.
Schade das das nächste WofS erst im nächsten jahr stattfindet und nicht schon am nächsten wochenend. Da müsste sich Aaron Gwinn, und mit ihm die ganze elite, warm anziehen; denn Birk wäre nicht zu stoppen ;-)) |
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Last Updated on Tuesday, 06 July 2010 10:37 |
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Written by Sebastian Kammerer
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Saturday, 05 June 2010 17:22 |
„Welcome to Scotland“ oder: „HAGGIS“ - mit Herz und Nieren dabei
Irgendwie schon eine verrückte Idee. Zum seinem ersten Downhillrennen ausgerechnet nach Schottland zu fahren. Muss denn so was sein? 1.600 km entfernt von zu Hause? Noch dazu bei den verrückten und derb schnellen Engländern? Wo die doch sicher lieber unter sich bleiben wollen, sieht man die Jungs doch immer in geschlossenen Gruppen in Portes du Soleil auftreten und wild grölend die Pubs belagern.
Naja, trotzdem, es muss sein!
Nur wie dort hinkommen? Einfach mal schnell hoch düsen und wieder heim is’ nich’. Also: Warum nicht alles mit einem netten Urlaub verbinden und die Frau mit einem mehrtägigen Besuch bei der Aupairfamilie nördlich von London locken? Liegt doch auf dem Weg!
Beschlossene Sache, gesagt getan. Kurz vorher noch das Nicolai GB2 fertig gestellt (Danke an dieser Stelle an Peter vom Bike+Fun, für die schnellste Teilebestellung ever!), Wohnmobil geladen und los ging’s. Max M. und Niklas wollten auf eigene Faust nachkommen – umso besser, alleine auf’s erste Rennen musste dann doch nicht sein.
Samstags noch ein paar Freunde in FFM (liegt doch auf dem Weg!) besucht, Party gemacht, dann Sonntags früh morgens weiter nach Winterberg (liegt doch fast auf dem Weg!) und bei bestem Wetter noch den IXS Cup angesehen und das Team mit angefeuert. Was eine Wahnsinnsstimmung!! Irgendwie fühlte ich schon leicht erhöhten Puls und feuchte Hände bei dem Gedanken, nächste Woche auch irgendeinen, noch dazu fremden Berg runterheizen zu müssen. Wer kam denn auf diese bescheuerte Idee? Schlimmer wurde das Gefühl noch durch die doch recht zahlreichen Stürze in Winterberg… wenn das mal alles gut gehen sollte.
Wie wir Montagmittag bei den Aupairs angekommen waren, hatten wir eine nette Kanalüberfahrt bei tollem Wetter und einen nächtlichen Einbruchversuch ins Wohnmobil (während wir darin geschlafen haben!) hinter uns. Geplant waren drei bikefreie Tage – obwohl das noch unberührte und ungefahrene Nicolai Bike doch schon sehr verlockend war. Wieder dieses Gefühl: Das erste Rennen, dann noch auf einem nagelneuen Bike, mit dem man noch gar nicht vertraut ist? Puuh, durchatmen.
Eine höhere Macht hatte dann wohl doch ein Einsehen mit meiner Lage und so meinte Dee (unsere Gastgeberin) plötzlich „There’s a place many bikers are around, may be five minutes drive away. I’ll show you“. Konnte das möglich sein? Bestimmt ne dirtstrecke…
Aber es kam anders und besser als erwartet: Ein lokaler Verein hatte es sich zur Aufgabe gemacht ein umfangreiches Trainingsgelänge, „Chicksands“ genannt zu bauen und zu unterhalten. Solche „trailcenter“ gibt es auf der Insel häufiger – noch dazu erfreuen sie sich hoher Beliebtheit und so kam es, dass ich gleich von einem extrem netten englischen Biker angesprochen wurde: Wo ich herkomme, wo’s hingeht, ob ich mal fahren will? Ob ich mal fahren will?! Ohne Helm und mit Flipflops?! Ja, nur mal zum gucken… naja, okay.
Das Gelände liegt in einem schönen Pinienwald, leichte Hanglage, ca. 80 Höhenmeter. Der Boden ist leicht sandig, etwa so wie im Pfälzer Wald. Es wimmelt von Eichhörnchen, die manchmal auch vom Baum fallen, dann kurz benommen rumgucken und wieder hoch krabbeln. Zu komisch diese Inselbewohner.
Chicksands bietet einiges: Eine Fourcrossstrecke (letztes Jahr war hier wohl der Worldcup!), eine extrem geile Dualslalomstrecke, eine leichte DH-Piste und zwei schwerer (flowig, mit drops und Sprüngen), dann noch drei Dirtlines und ein Bereich mit vielen Northshore Elementen. Bänke und Tische zum picknicken runden das Angebot ab. Mit Badelatschen war natürlich dort kein Preis zu gewinnen, also zurück zur Aupairfamilie, Essen und Bierchen schlürfen, schlafen, aufwachen und wieder da hin. Diesmal in voller Montur und mit eigenem Bike. Lawrence, der neunjährige Aupairsohn ist auch mit dabei.
Yeeeehaaa! Endlich Nicoali unterm Hintern! Das GB2 ist schon ne Waffe, unglaublich geiles Feeling in der Luft, ein noch nie zuvor gefahrenes Fahrwerk, der Hinterbau ist der Wahnsinn. Etliche Runden wurden mit breitem Grinsegesicht absolviert und auch Lawrence – bis dato kein Bikefan – hatte seinen Spass. „I did my first Air“ meinte er wie er strahlend hochgeschoben kam. Ein Blick in die leuchtenden Augen verriet: Den hat’s erwischt… he’s addicted!
So, nun aber zurück auf den eigentlich geplanten Weg: Hoch nach Schottland! Donnerstag’s Abends angekommen, unterwegs bei strahlender Sonne und wirklich ganz kurzen Regenschauern durch die Lowlands gefahren. Schöne Landschaft, kleine Straßen, steile Berghänge und unzählbare Schafe. Der Campingplatz (Tipp top gepflegt) lag direct am River Tweed, einem sehr natürlichem Flüsschen. 10 min Fußmarsch sind es zur Strecke, also gleich mal hin und die Strecke ablaufen. Beim hochlaufen habe ich eigentlich nur Deutsche getroffen (fast alle aus Bayern), da war ich schon etwas baff. Naja, wie sich das gehört, reisen wir halt früh an. Allesamt super nett die Jungs.
Die Strecke wurde extra für diesen Cup neu gebaut (6 Wochen Arbeit mit 2 – 20 Mann, so der Veranstalter, den wir auch auf der Strecke getroffen haben – endlich mal ein Schotte!). Man wollte wohl was Schnelles bauen… was absolut gelungen ist!! Nebenbei war’s noch sehr technisch, mit unzähligen möglichen Lines. Echt fett gemacht, ich war sehr beeindruckt.
Nebenbei bietet der Berg übrigens ca. 300 Höhenmeter und eigentlich ca. 5 verschiedene Downhillstecken, supergut!
Freitag, zum Trainingsauftakt, dann die Nachricht, dass Niklas und Max arbeitsbedingt nicht kommen können. Sehr schade für uns alle, wäre sicher sehr spaßig geworden. Hmmm, also keine Unterstützung bei Linienwahl etc. durch die Teamkollegen. Außerdem Sprünge und Hindernisse selbst knacken ohne die sonst immer benötigen Worte wie „fahr einfach drüber, ist locker“ usw. Naja, wird schon irgendwie werden! Aber da war’s wieder, dieses mulmige Gefühl einer leichten Aufregung…
Im Tal schiebt man sein Bike, nachdem man sich die Startnummer geholt hat und sich zum wiederholten Male mit dem schottischen Akzent auseinander gesetzt hat (Englisch ist das nicht!), in einen Viehtransporter (irgendwas riecht hier) und setzt sich dann in einen fetten Reisebus (riecht auch). Los geht’s, bis ca. 80 hm unterhalb des Starts: Ab da ist schieben angesagt. Reicht steil windet sich ein Pfad bis hoch auf die bewaldete Bergspitze. Hach, endlich mal schieben, das ist doch wie daheim!
Auf einen niedrigen Startturm geht’s los. Erstmal flach gerade aus, reintreten, dann scharf links, wieder flach, lockerer Waldboden, eng stehende Tannen, schnelle rechts-links Wechsel. Treten, treten! Fast wie Märchenwald. Der dunkle Wald spuckt einen auf einer kleinen Lichtung aus, es folgt ein offeneres Stück mit einer offenen rechts Kurve. Dann endlich geht’s ordentlich runter. Erdiger, dunkler Boden. Raus auf die Grasnarbe, um einen guten Winkel zum kommenden Kicker zu haben, der aus dem Ende einer Trockenmauer aus losen Steinbrocken gebaut wurde. Drüber, Landung im Flachen, danach wieder schönes Gefälle, mit fettem Gras darauf. Runter (mit dem) Rasen, die Fetzen fliegen, als man voll Speed in eine Rechtskurve einbiegt und für ein kurzes Stück in den Wald eintaucht. Rad wieder kurz gerade stellen und direkt in eine Linkskurve (immer irgendwie rutschig). Eine Bodenwelle schießt einen in die Luft, im Flug taucht man aus dem dunklen Waldstück aus – grelles Sonnenlicht, niedriger Jungwald und als Landung dient eine verflucht steile, Felspassage, die einen wie eine Rakete nach vorne drückt. Bodenwelle wegdrücken, nächsten Absprung anvisieren und über die Straße springen. Wieder im dunklen Wald, kurz Blinzeln, schönes Gefälle, fette Bodenwellen mit Airtime und sackig schnell das Ganze. Heueueu!
Enge Linkskurve in den Tannenwald, eng stehende Bäume, rechts-links-rechts. Lenker gerade so am Baum vorbei, Wurzeln, welche Line?! Reintreten und die Bodenwellen wegdrücken. Ganz schön anstrengend, irgendwie wie im Pumptrack, so tief und schnell aufeinanderfolgend sind die Bodenwellen. Wieder raus auf eine kleine Lichtung mit Grasboden und grellendem Licht. Nach ein paar Metern dann wieder dunkler Tannenwald, Schwerstarbeit für die Augen.
Es folgte eine breite aber nicht besonders hohe Holzkonstruktion, die aussah wie ein Balkon aber zum droppen da war. Drüber mit dem Bock, es folgte eine enge, hängende Linkskurve. Zwei-Drei Alternativlines, fetter Rechturn, fetter Linksturn und noch mal Rechts. Alles mit verschiedenen Lines und alles mit den „Pumptracklöchern“. Es folgten noch zwei Dropbalkone, einer endet in einer Kurve mit losen Steinbrocken. Jaja, so was finden se geil, die Engländer. Es folgte die Anfahrt zu einem Northshore-Roadgap mit fieser Landung, mit „Pumptracklöchern“ und gleichzeitiger Kurve. Danach kam ein mieser Drop mit Sniperlandung, i. d. R. wurde recht langsam drüber gerollt, dann direkt hart angebremst um um eine enge Rechtskurve zu kommen. Obwohl die Umfahrung zeitlich es zum heulen war, wollte ich mir dieses Ding nicht geben. Vielleicht hätte es eines Trittes in den Allerwertesten bedurft, denn im Rennen wurde die Landung doch recht breit gefahren und das Ding verlor an Schrecken. Aber egal. Weiter ging’s: Einbiegung auf einen schmalen Trail am Hang, alles sehr steinig mit losen Brocken. Zwischendrin immer mal wieder eine nette Wurzel. Die Fetzen fliegen, Steine rollen, jedes Mal sieht’s hier anders aus. Rechtskurve, schönes Gefälle. Wieder Steine und dann auf einmal sehr hart gefahrener Boden – ein Stück der alten DH-Strecke. Über zwei höhere Wurzeln drüber, einen Steindrop runter in eine schöne Anliegerkurve hinein. Parallel zu einem Waldweg geht’s immer mal wieder 2m hoch, parallel zum Weg und dann wieder runter, bei stetigem Gefälle. Auf den Passagen mit Waldweg war beherztes Treten gefragt, zum Schluss kurzes Anbremsen, eindroppen in einer steilere Sektion mit S-förmiger Kurve über eine angerissene, alte Bruchsteinmauer drüber (wieder hängende Kurve, lose im Bereich der alten Mauer), über einen Waldweg drüber und durch einen Graben durch. Ein Großteil der Profis nahm derweil eine flache Absprungkante und zog über den Graben drüber. Aufgrund der Anfahrt und der brutalen Weite war auch bei den Jungs beherztes Ziehen gefragt, um heil drüber zu kommen. Am nächsten Tag waren alle Äste an den Tannen nach der Landung entfernt – hier sind einige hängen geblieben. Auch zig Sattelstützen und Sättel vielen dem Sprung zum Opfer.
Hangabwärts ging’s weiter auf erdigem Boden, in einen kleinen Anlieger und per Kicker über einen Graben und über einen Weg auf eine Wiese (bzw. je nach Sprungweite auf den Weg). Die Wiese hatte noch eine weite S-Kurve vor dem Zieleinlauf, auf der man seine letzten Reserven verpulvern konnte.
Zusammenfassend eine hammermäßige Strecke!
Freitags konnte ich drei Abfahrten machen. Tolles Wetter, Sonnenschein. Danach ging’s mir schon besser: Spaß macht’s und das ist doch das Wichtigste! Mit 31 muss man tollerweise nicht mehr erster werden, einfach heil unten Ankommen ist die Devise. Erfreulich auch: Gleich am ersten Tag schon super viele nette Leute kennengelernt: Ob Deutscher, Schotte, Engländer oder Schweizer – alle sind sie nett drauf!
In der Nacht zum Samstag kamen Regenschauer runter. Der obere – offen liegende - Streckenteil wurde dadurch recht schlammig und rutschig. Morgens noch mal zwei Trainingsläufe, dann stieg der Puls um der Seeding run rückte näher. Naiv wie ich an die Sache rangegangen bin musste ich vorher die anderen anstehenden Fragen, warum den jeder bei einem anderen Piepston startet… Erster Ton 10 Sekunden vorher, dann die letzten 5 Sekunden ein Ton, „in diesen 5 Sekunden kannste starten“. Okay, wieder was gelernt!
Mit einer 4:13 landete ich auf Platz 17. Von 25 Teilnehmern wurden in der Hobby Senioren Klasse 20 gewertet. So richtig zu frieden war ich erstmal nicht. Im oberen Teil den losen Steinkicker wegen der rutschigen Anfahrt verpasst, danach fast stehengbeblieben und danach zu viel auf der Bremse gehongen, soweit mein persönliches Fazit. Die ganz fiesen Dinger hatte ich umfahren, das wollte ich auch so beibehalten um nicht zu großes Risiko einzugehen. Trotzdem hatte ich davor irgendwie Muffe gehabt: Unten zu stehen und irgendwie nicht zufrieden zu sein. Das wollte ich Sonntags ändern.
Sunday is raceday! Also morgens 7 Uhr Frühstück (nachdem ich die halbe Nacht wach war und nur Bäume gesehen hab’ und wegen dem einsetzenden Regen nicht mehr einschlafen konnte) und los zum Shuttlesbus. Der Regen hatte aufgehört – gut! Als erster rein in den Bus und gleich morgens mal drei Abfahrten gemacht. Fühlte sich schon viel besser an, es wurde viel gelacht und gescherzt. Alle wieder locker drauf! Wie man sich doch irren kann, von wegen verschlossen, die Engländer und Schotten: Allesamt sehr aufgeschlossen, bisschen Schwätzchen hier, bisschen Quatschen dort, ruck zuck war man voll dabei und integriert. Echt der Wahnsinn, das hätte ich nie für Möglich gehalten!
Die Strecke war im oberen Teil und ganz unten recht schmierig. Ein paar zerschellten bei der Wiesenlandung auf nassem Gras. Mir machte der obere Teil zu schaffen, die Erde war zu matscht geworden, irgendwie gab’s ein paar tiefe Stellen die nicht trocknen wollten. Großes Reifenwechseln war angesagt, was war der richtig? Viele stiegen um auf Wetscreams oder Swampthings, ich war faul und bliebt bei RainKing vorne und WickedWill hinten. Bin ja auch kein Profi und muss ständig die Reifen tauschen, einfach runter kommen und hinter sich bringen.
Im Zielbereich wurde es so langsam voller. Besucher kamen, Stände öffneten. Es gab diverse Bikeaussteller und viel zu Essen. Unter anderem auch die schottische Späzialität: HAGGIS! Da ist nie was los bei dem am Stand, der tut mir echt Leid, meinte meine Frau. Komisch… liegt vielleicht ja daran, dass Haggis aus den Innereinen von irgendwelchen Viechern gemacht wird?! Herz, Niere und Leber schmeckt eben nicht jedem… Ich hatte eh ein größeres Problem: Ich musste heute da den Berg runter! Plötzlich, aber doch nicht ganz unerwartet, war’s soweit. Um dem Thema Haggis dann ein Ende zu bereiten, hörte ich mich gedankenverloren sagen: Ja, wenn ich wieder unten bin esse ich da was…
Der Startzeitpunkt rückte näher und es fing natürlich wieder an zu regnen. Der Traum einer trockenen Strecke zerplatzte damit. Naja, hilft ja nix. Guck’ das du heil runter kommst dachte ich mir wieder. Der Puls stieg, die Wurzeln wurden Nass und die Bremslöcher füllten sich mit Wasser. Oben auf dem Berg war’s sackig kalt, der Wind blies. Ein schottisches Sprichwort sagt: „You don´t like the weather? Wait 5 minutes!“ Ich hatte aber keine 5 minutes mehr, ich musste ran. Hoch auf die Startrampe, ein Nicken vom Offiziellen. Piep… piep, piep – LOS!
Den oberen Teil fand’ ich wieder relativ hakelig, was fährst du für einen Stuss dachte ich bei mir. Drecks Matsch, man kommt nicht vom Fleck und das Hinterrad rutscht nur. Immerhin, der Kicker war geschafft, diesmal ohne Verzögerungen. Och, jo, einfach mal bisschen mehr laufen lassen – dann iss’ mä’ am End’ schneller, war der nächste Gedanke. Adrenalin schoss in alle Zellen, der Mund wurde trocken und Kurve für Kurve kam das Ziel näher. Eingebogen in die vorletzte Gerade sah ich ihn dann: Den Vordermann. Yehaa, noch mal kräftig Gas geben! Auf der Zielgeraden kamen dann noch zwei andere ins Blickfeld, durch Ziel sind wir dann alle vier im kurz auf einander folgenden Sekundentakt eingetroffen. Noch immer regnete es leicht, aber das war mir egal. Überstanden, heil unten und vollgepumpt mit Adrenalin. Geschafft! „Take a red bull“ hieß es und für ca. 5 runs ging’s in den hotseat.
3:57 zeigte die Uhr an, 16 Sekunden verbessert, Platz 12. Damit war ich echt happy, zumal viele andere der Finalzeiten gegenüber den Seedingrunzeiten langsamer waren. Respekt für die echt fixen Briten, die nicht zu stoppen waren und echt krass schnell unterwegs waren!
Bei den Elite-Herren kam Ben Cathro mit einer Fabelzeit von 02:57.3 ins Ziel. Im Seedingrund noch gestürzt (oder sich sonst wo die Zeit vertrieben) startete er als erster und behielt den Hotseat über das gesamte Rennen.
1Ben CATHRO02:57.3
2Lewis BUCHANAN02:58.5+1.196
3Matt SIMMONDS02:58.6+1.302
4Nick BEER02:58.6+1.348
5Cameron COLE02:59.1+1.824
6Ruaridh CUNNINGHAM02:59.6+2.365
7Mitch DELFS03:01.1+3.857
8Ben REID03:01.9+4.598
9Shaun O'CONNOR03:02.4+5.16
10Filip POLC03:02.5+5.259
Bei den Elite Frauen musste sich die Weltmeisterin Sabrina Jonnier mit einer 3:32,4 Floriane Pugin (3:28,3) vom Scott11 geschlagen geben.
Zusammenfassend hat mir mein erstes Rennen extrem viel Spaß gemacht. Mit Spaß dabei, alles locker und nicht so verbissen sehen – dann ist der Spaß eigentlich programmiert. Sehr zu empfehlen! Es war einfach ein geniales Wochenende und insgesamt ein super Trip (mit den anschließenden Highlands, Fort William, Loch Ness, Isle of Skye). Schottland ist der absolute Hammer. Landschaften von Feinsten, Wetter – an das man sich gewöhnen muss und sehr freundliche und aufgeschlossene Leute. Echt eine Reise wert! Ich hoffe, das der EDC 2011 auch wieder auf die Insel kommt und ich werde wieder hinfahren! Sehr zufrieden war ich außerdem mit meinem Bike. Hat mich nicht im Stich gelassen, ein geiles Fahrverhalten gehabt und tadellos funktioniert.
An mein Haggis –Versprechen wurde ich natürlich auch noch erinnert! Ich muss sagen: Sehr empfehlenswert – echt lecker! Nur die Vorstellung was drin ist…. würg.
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Last Updated on Saturday, 05 June 2010 19:51 |
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